
ver.di fordert Klarheit – das Ministerium schweigt zu lange.
Nach dem Gespräch am 14. Mai 2024 hoffte ich auf Aufarbeitung.
Ich hoffte auf Struktur. Auf ein echtes Verfahren.
Doch was ich dann erlebte, zeigt exemplarisch, wie widersprüchlich Behörden agieren – und wie Gewerkschaft und Ministerium ganz unterschiedlich reagieren.
Ich habe das sogenannte BEM-Gespräch vom 14.05.2024 nicht unterschrieben.
Nicht, weil ich mich verweigert hätte – sondern weil ich Verantwortung übernommen habe.
Für meine Gesundheit. Für ein rechtskonformes Verfahren. Für Klarheit.
Denn das, was mir als „vereinbarte Maßnahmen“ vorgelegt wurde, war in Wahrheit:
- kein Protokoll,
- keine strukturierte Aufarbeitung,
- kein Verfahren mit gegenseitiger Verbindlichkeit.
Stattdessen:
eine vorformulierte Liste mit allgemeinen Appellen wie
„nicht schlecht übereinander reden“ oder „die Vergangenheit ruhen lassen“ (hier der Maßnahmenkatalog: 14.05.2024_BEM Gespräch_Schmitt_AMIS_geschwärzt).
Unterschrieben vom Schulleiter.
Von mir nicht.
Aber: Ich habe nie pauschal abgelehnt.
Ich habe klar gesagt:
„Ich unterschreibe – wenn diese drei Punkte aufgenommen werden:
- Eine externe Mediation
- Die Klärung der rufschädigenden Äußerungen gegen mich
- Eine unabhängige Bewertung der Maßnahmen“
Ich habe das mündlich gesagt.
Und ich habe es schriftlich an AMIS Bayern geschickt (lies hier:BEM? Mehr Schein als Sein)..
Die Antwort?
Keine Reaktion auf meine Punkte.
Kein Dialog. Keine Korrektur.
Stattdessen wurde mir – auch später – vorgeworfen, ich hätte mich verweigert.
ver.di reagierte. Das Ministerium nicht.
Am 23. Mai 2024 schaltete sich ver.di ein –
mit einem klaren Schreiben,
einer deutlichen Haltung
und einem Appell an das Staatsministerium:
- Ein BEM ohne Konfliktmanagement ist sinnlos.
- Die Mediation muss ermöglicht werden.
- Die Gesprächsinhalte sind unvollständig und rechtlich bedenklich.
- Eine Rückkehr unter diesen Bedingungen sei nahezu utopisch.
Und ver.di setzte eine Frist: 12. Juni 2024 (Hier ist das Schreiben: Schreiben_verdi_23.05.2025_geschwärzt)
Die Antwort des Ministeriums kam am 1. Juli.
Fast drei Wochen zu spät (hier das Schreiben des KM: Schreiben_Diller_01.07.2025_geschwärzt).
Und dann auch noch mit folgendem Tenor:
„Wir waren ja nicht beteiligt. Wir nehmen zur Kenntnis, dass Herr Schmitt nicht unterschrieben hat.“
Mehr nicht.
- Kein Wort zur Mediation.
- Kein Wort zur Verantwortung.
- Kein Wort zur ver.di-Stellungnahme.
Und jetzt?
- Ein BEM, das nie eins war.
- Ein Ministerium, das sich formal rauszieht.
- Eine Schule, die mit einem Ein-Seiten-Papier Verantwortung simuliert.
- Und ein Betroffener, dem vorgeworfen wird, er habe das Verfahren „nicht angenommen“ –
obwohl er konkrete Bedingungen für seine Zustimmung formuliert hat.
Fazit:
Ich war bereit.
Ich war verhandlungsbereit.
Aber nicht bereit, eine Kulisse zu unterschreiben,
die weder schützt noch heilt.
Ein BEM ist kein Briefkasten.
Kein PR-Blatt.
Und schon gar nicht ein Instrument, um Belastete zu disziplinieren.
ver.di hat Klartext gesprochen.
Das Ministerium hat geschwiegen.
Zu spät. Und zu wenig.