Verwundet im Dienst

Wie das System mich krank machte – und trotzdem aufrecht

Teil 2 – Mehr als ein Gesetz: Warum Hinweisgeberschutz Haltung braucht

„Dieses Gesetz ist ganz, ganz wichtig für uns.“
So hat es ein Hinweisgeber ausgedrückt, der selbst erlebt hat, was es bedeutet, auf Missstände hinzuweisen – und danach alleine dazustehen.

Viele kennen den Begriff Whistleblower, aber nur wenige wissen, wie einsam, riskant und mutig dieser Weg sein kann.

Wer sind eigentlich Whistleblower?

Es sind keine „Nestbeschmutzer“. Es sind Menschen, die nicht mehr schweigen wollen, wenn sie Unrecht sehen. Sie entdecken:

  • Betrug oder Korruption in Behörden oder Firmen,
  • Misshandlungen in Pflegeeinrichtungen,
  • Umweltvergehen, z. B. illegale Müllentsorgung,
  • oder Verstöße gegen Gesetze am Arbeitsplatz.

Sie stellen sich gegen das System – nicht, weil sie es zerstören wollen, sondern weil sie es verbessern wollen.

Was sagen Whistleblower selbst?

Einige Stimmen, sinngemäß wiedergegeben:

  • „Ich habe nur das Richtige getan. Aber danach haben mich alle gemieden.“
  • „Man lobt dich für deinen Mut – solange du nichts sagst.“
  • „Ich dachte, es gäbe Schutz. Doch plötzlich war ich draußen.“

Diese Aussagen zeigen, wie einsam und gefährlich es sein kann, Missstände zu melden – wenn es kein starkes Gesetz gibt.

Warum braucht es also Schutz?

Weil Whistleblower oft mit Mobbing, Versetzung, Kündigung oder gesundheitlichem Druck konfrontiert sind.
Weil sie nicht selten verlieren –

  • ihren Arbeitsplatz,
  • ihre Freunde,
  • manchmal sogar ihre Gesundheit.

Und trotzdem tun sie es.

Für die Wahrheit. Für Gerechtigkeit. Für uns alle.

Was sagt die EU dazu?

Die EU nennt sie „die Augen und Ohren unserer Gesellschaft“.
Ohne sie bleiben viele Probleme unsichtbar – weil niemand sie meldet, aus Angst vor den Folgen.

Deshalb ist die Hinweisgeberschutzrichtlinie von 2019 so entscheidend. Sie sagt:

  • Ihr seid nicht allein.
  • Ihr habt das Recht, Missstände zu melden.
  • Und ihr sollt dafür keine Nachteile erleiden.

Und was ist mit Deutschland?

Deutschland hat sich lange Zeit gelassen, diese EU-Richtlinie umzusetzen. Viele Whistleblower fühlten sich in dieser Zeit im Stich gelassen.

Wie Deutschland das schließlich geregelt hat – das schauen wir uns nächste Woche an.


Nächstes Wochenende geht’s weiter:
Dann geht’s um das deutsche Hinweisgeberschutzgesetz:

Wie es funktioniert, was es regelt – und wo es noch hakt.

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