Von voller Belastbarkeit zur Krankheit – meine gesundheitliche Entwicklung

2006, am Ende meines Referendariats, erhielt ich mein Abschlussgutachten:
Noten: 1, 1, 1.
Schon damals wurde mir bescheinigt, dass ich fachlich und persönlich voll geeignet bin.

2008, in der Probezeitbeurteilung, hieß es ausdrücklich: physisch und psychisch voll belastbar.
Laut Beurteilung 2010 wurde meine sehr starke psychische Belastbarkeit hervorgehoben.
2015 schließlich: absolut belastungsfähig.
Das war das Bild, das die Akten von mir zeichneten – bis 2014/2015.

Doch dann kam der Wandel. Zwischen 2014 und 2018 geschah etwas, das meine Gesundheit nach und nach zerstörte. 2018, nach meinem ersten Zusammenbruch, kam ich erstmals in eine psychosomatische Klinik. Es folgten meine ersten psychotherapeutischen Sitzungen. Gleichzeitig wandte ich mich an den Hauptpersonalrat – in der Hoffnung auf Mediation und Entlastung. Doch das Gegenteil passierte: Der Druck nahm zu.

Der Schulleiter agierte weiter gegen mich, anstatt Konflikte zu lösen.
2021, nach einem Dienstunfall, wurde ich zum Amtsarzt geschickt. Zum ersten Mal schilderte ich dort alles – meine Hoffnung: Unterstützung. Die Realität: das Gegenteil. Es folgten immer mehr Maßnahmen, immer mehr Belastungen.

Mein Gesundheitszustand verschlechterte sich Schritt für Schritt.
Heute habe ich bereits drei psychosomatische Klinikaufenthalte hinter mir.
Und im letzten amtsärztlichen Gutachten sowie in mehreren Klinikberichten wird klar benannt: Die Verantwortung für meine Erkrankung liegt beim Dienstherrn.

Das ist die bittere Wahrheit.
Vom Bild des „absolut belastungsfähigen“ Lehrers – hin zu einem Menschen, dessen Gesundheit durch ein System systematisch zerstört wurde.