Verwundet im Dienst

Wie das System mich krank machte – und trotzdem aufrecht

Warum ich wieder öffentlich schreibe: Gesundheitsgründe und Transparenz

In den letzten Tagen ist es still geworden auf meinem Blog.
Und das hatte einen Grund.

Nach den jüngsten Entwicklungen und Nachrichten sehe ich mich gezwungen, zur Wahrung meiner Gesundheit wieder öffentlich zu schreiben.
Dieser Blog war für mich immer ein Schutzraum – ein Ort, an dem ich Missstände offen benennen konnte.
Seit dem 22.05.2025 habe ich bewusst darauf verzichtet, weitere Missstände öffentlich zu machen – doch mit dem Schweigen kam die Schutzlosigkeit zurück.
Deshalb werde ich ab jetzt wieder hier veröffentlichen, was gesagt werden muss. Offen. Ehrlich. Unverstellt.

Mein Gesundheitszustand hat sich erneut verschlechtert. Manche Entwicklungen und Nachrichten aus dem „Hohen Haus“ belasten mich zutiefst.
Man möchte stark sein – aber auch Stärke hat ihre Grenzen.

Ich habe bewusst mehr als einen Monat lang geschwiegen. Ich habe nichts veröffentlicht, keine öffentliche Bewertung vorgenommen, keine Eskalation betrieben – weil mein einziger Wunsch Deeskalation war. Ich hatte gehofft, dass sich die Dinge anders entwickeln. Dass man in Ruhe und mit Anstand miteinander umgeht.

Doch wenn weiterhin ausschließlich auf Eskalation gesetzt wird, dann muss ich wieder auf diesem Blog öffentlich Stellung beziehen – zur Wahrung meiner Gesundheit. Nicht, weil ich es will – sondern weil es nötig werden könnte.

Zugleich gibt es auch Hoffnung: Die GEW hat sich bereit erklärt, mich bei meinem Antrag auf Zulassung zur Berufung zu unterstützen. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich bin derzeit mit der GEW im Austausch über die Antragsschrift. Es tut gut, zu wissen: Ich bin mit diesen Fragen nicht mehr allein.

Und doch bin ich gespannt, wie die GEW sich jetzt tatsächlich verhält.
Denn ehrlich gesagt bin ich verwundert: Bisher hat sich die GEW zu diesem Fall nicht öffentlich geäußert – obwohl das Urteil des Verwaltungsgerichts München klar gegen die Grundsätze der EuGH-Rechtsprechung sowie des Bundesarbeitsgerichts zur Arbeitszeiterfassung verstößt.

Weitere Informationen zur gesetzlichen Pflicht zur Arbeitszeiterfassung finden sich direkt auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: bmas.de – FAQ zur Arbeitszeiterfassung

Am 25.06.2025 wurde der Antrag auf Zulassung zur Berufung gestellt – binnen eines Monats muss er nun begründet werden. Und währenddessen bleibt es öffentlich still.
Warum positioniert sich die GEW nicht in der Öffentlichkeit zu dieser Frage?
Warum wird das Urteil vom 26.05.2025 des Verwaltungsgerichts München nicht öffentlich bereitgestellt?
Warum ist mein Blog die einzige öffentlich auffindbare Quelle für dieses Urteil?

Ich verlinke hier die Entscheidungsdatenbank – ohne Treffer. Das Urteil bleibt unter Verschluss.

https://www.gesetze-bayern.de/Search/Hitlist.


Hier dagegen ist es abrufbar. Transparenz beginnt hier (hier das Urteil: UrteilBeschluss-abweisendes Urteil)

Und ja: Es geht um nicht weniger als die Zukunft der Arbeitszeiterfassung bei Lehrkräften.
Es geht um eine pauschale Unterstellung, dass unterrichtsfreie Zeit beliebig für Personalratsarbeit oder andere Tätigkeiten verwendet werden könne – und dass Lehrkräfte ihre Vor- und Nachbereitung zu „komprimieren“ hätten. Das widerspricht nicht nur der Rechtsprechung, sondern auch jedem gesunden Menschenverstand.

Ich werde dieses Urteil öffentlich und in der Tiefe hier auf dem Blog analysieren und widerlegen.
Und danach hoffe ich, dass die GEW nicht nur organisatorisch unterstützt, sondern auch juristisch konsequent vertreten wird.
Denn in solchen Fällen braucht es nicht nur Recht – sondern auch Öffentlichkeit.

Nur öffentlicher Druck kann verhindern, dass sich in Deutschland Arbeitszeiterfassung nach Vertrauensprinzip in Luft auflöst – gegen die Vorgaben des Europäischen Gerichtshofs.
Ich verlinke an dieser Stelle einen sehr interessanten Artikel von Herrn Dr. Maximilian Baßlsperger zur Vertrauensarbeitszeit. Herr Baßlsperger ist ein anerkannter Rechtswissenschaftler im Beamten- und Verwaltungsrecht.

Hier weiterlesen

Andere Artikel:

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