
Der Abschlussball ist kein Pflichttermin. Er steht in keinem Lehrplan.
Und doch sagt kaum ein Abend mehr über Haltung und Beziehung aus.
Am Freitagabend haben vier Abschlussklassen ihren Abschied gefeiert.
In festlicher Kleidung. Stolz. Würdevoll. Erwachsen.
Man sah ihnen an, wie besonders dieser Moment für sie war.
Ein Tanzkurs, den sie im Rahmen der Schule belegt hatten, fand seinen Höhepunkt.
Ein letztes Mal gemeinsam lachen, feiern, zeigen, was man kann.
Und die Lehrkräfte?
Gerade einmal fünf von über fünfzig sind erschienen.
Kein Schulleiter. Keine Stellvertretung. Keine Geste der Verbundenheit.
Kein ehrlicher Blick zurück – und schon gar keiner nach vorn.
Ich habe mir diesen Abend als Lehrer nie nehmen lassen.
Weil ich wusste, was er bedeutet.
Man erlebt an diesem Tag die Schüler nicht mehr als Kinder.
Man sieht, was aus ihnen geworden ist – sechs Jahre später.
Und erinnert sich: Wie sie damals ankamen – verunsichert, still, neugierig.
Man denkt an Gespräche, Konflikte, Versöhnung, Vertrauen.
Und man spürt: Da ist Verbindung. Da ist Geschichte.
Wer solchen Abenden fernbleibt, sendet eine klare Botschaft:
Es fehlt an Wertschätzung. An Nähe. An echtem Interesse.
Ein letzter Akt von Beziehung – verweigert.
Nicht einmal alle Klassenleitungen waren anwesend.
Von über 50 Lehrkräften saßen gerade einmal fünf im Saal.
Das hat nichts mit mir zu tun – es sagt alles über sie.
Denn ich weiß: Es gab Abschlussbälle, bei denen das Kollegium fast vollständig vertreten war.
Auch im letzten Jahr waren es mindestens 20 Lehrkräfte.
Die diesjährige Abwesenheit hat nur eine Bedeutung:
Ein Armutszeugnis – nicht für die Schüler, sondern für die, die weggeblieben sind.
Vielleicht gibt man auch dafür wieder mir die Schuld.
Wie man es immer getan hat.
Doch wer sich auf diese Weise verabschiedet, offenbart sich selbst.
Denn es ging nie um mich.
Es ging – und geht – um die Schüler.
Und sie hätten es verdient gehabt, dass sie würdig von ihrer Schule verabschiedet werden.
Die Schüler selbst haben sich in Würde verabschiedet.
„Doch die Lehrkräfte?
Ihr Fernbleiben spricht für sich – und gegen sie.
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Für meine beiden Kinder: Liebe Romina, lieber Valentino,
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