Verwundet im Dienst

Wie das System mich krank machte – und trotzdem aufrecht

Kapitel 9: Wenn die Tochter plötzlich „anders“ behandelt wird

Und was das mit Macht, Verantwortung – und Schweigen – zu tun hat

„Ihre Tochter wird nicht anders behandelt als andere Schülerinnen.“
So steht es sinngemäß in einer Mail aus dem Ministerium.
Aber: Ist das wirklich so?

Ich möchte mit einem Beispiel beginnen – von vielen. Weitere werden folgen.

Meine Tochter Romina ist Schülerin an der Realschule Beilngries.
Im Schuljahr 2023/2024 besuchte sie die 9. Klasse.
Ein zentrales Fach: Sozialwesen – ein schriftliches Prüfungsfach.

Am 7. September 2023 erhielt ich eine Mail aus dem Ministerium, verfasst von Ministerialrat Diller.
Darin der bemerkenswerte Satz:

„Ihre Tochter wird nicht anders behandelt als andere Schülerinnen.“

Nur fünf Tage später, am 12. September 2023, dann der Bruch mit dieser Aussage:
Romina und Ihre Klasse wurde plötzlich im Fach Sozialwesen fachfremd unterrichtet.
Die eingesetzte Lehrkraft hatte das Fach nie studiert – und das ausgerechnet in einem Abschlussprüfungsfach.

Ein schwerwiegender Verstoß.
Und: eine klare Benachteiligung.

Wie konnte das geschehen – kurz nach der offiziellen Behauptung, es gäbe keine Ungleichbehandlung?
Die eingesetzte Lehrkraft hatte das Fach nicht studiert. Das ist nicht nur pädagogisch fragwürdig, sondern: rechtlich unzulässig.

Keine einzige Klasse wurde ansonsten in Sozialwesen fachfremd unterrichtet worden – nicht in die 7., nicht in die 8., nicht die andere 9. und nicht die 10. Jahrgangsstufe.
Nur: Rominas Klasse.

Und das passierte ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als mir – ihrem Vater – das Verbot der Führung der Dienstgeschäfte ausgesprochen wurde.
Die offizielle Begründung: Ich sei „eine Gefahr für das psychische Wohl von Schülern“.

Die eingesetzte Lehrkraft war engagiert und qualifiziert –
aber: nicht im Fach Sozialwesen ausgebildet.

Und genau dieses Fach ist Rominas schriftliches Abschlussprüfungsfach.
Trotzdem war ihre Klasse die einzige, die fachfremd unterrichtet wurde –
ohne Not.

Als ich – in meiner Rolle als Vater – intervenierte,
wurde der Fehler zwar korrigiert,
aber gleichzeitig stellte man mich in der Schule bloß.

Wie überhaupt wurde bekannt, dass ich interveniert habe?
Wer hat das öffentlich gemacht – und warum?

Statt Aufklärung folgte: Schuldzuweisung.
So zerstört man nach und nach den Ruf eines engagierten Elternteils – und Lehrers.

Es war übrigens nicht das erste Mal.
Seit 2019 habe ich – als Personalrat – immer wieder gegen solche Verstöße interveniert.
Wenn z. B. Stundenpläne gegen die Stundentafel verstießen, habe ich reagiert.
Belegt. Dokumentiert. Wiederholt.

Der damalige Schulleiter hat sich dabei mehrfach über das BayEUG hinweggesetzt.
Und während andere einfach mitliefen, wurde mir – demjenigen, der auf Missstände hinwies – irgendwann die Rolle des „Störers“ zugeschrieben.

Und nun frage ich ganz offen:
Wenn man an einer Schule solche Dinge tun kann – und alle wegschauen –,
wenn man Väter, Lehrer und Personalräte mit Druck zum Schweigen bringen kann –
und wenn am Ende selbst Kinder konkret benachteiligt werden,
dann sollte man sich ernsthaft fragen, wie es dazu kommen konnte.

Meine Tochter und die gesamte Klasse wurde anders behandelt.
Und dieses Beispiel war erst der Anfang.

Weitere Fälle folgen.
Die Wahrheit muss sichtbar werden.
Denn Schweigen schützt das System, nicht die Kinder.

Hier weiterlesen: Teil 10: „Papa, ich will da nicht mehr hin“ – Rominas Blick auf die Schule danach

Das Gedicht: Teil 3: Das Gedicht – „Der kleine Mann“

Von Anfang an beginnen: Teil 1: Post vom Staatsanwalt – und meine Tochter steht plötzlich im Fokus

Ich war gerne Lehrer