Verwundet im Dienst

Wie das System mich krank machte – und trotzdem aufrecht

Warum ich nicht Michael Kohlhaas bin

Oft werde ich gefragt, ob meine Auseinandersetzung mit dem System nicht an Michael Kohlhaas erinnert. Jenem Mann aus Heinrich von Kleists Erzählung, der unermüdlich Gerechtigkeit einfordert – und dabei schließlich selbst ins Unrecht gerät.

Die Parallelen liegen auf der Hand: Auch ich habe mich gewehrt, habe Missstände aufgezeigt, habe auf Recht und Fairness gepocht. Auch mir wurde gesagt: „Lass es doch, das bringt nichts, du wirst dich nur selbst zerstören.“

Aber genau hier liegt der Unterschied:

  • Michael Kohlhaas verstrickt sich in Gewalt und Selbstjustiz.
  • Ich hingegen halte mich an Akten, Verfahren, Gesetze. Ich dokumentiere, ich klage, ich lege Widerspruch ein – und ich mache öffentlich.

Meine „Waffe“ ist nicht das Schwert, sondern das Recht – auch wenn dieses Recht von Behörden und Gerichten oft verdreht oder ignoriert wird.
Mein Ziel ist nicht Rache, sondern Aufklärung. Nicht Vernichtung, sondern Heilung.

Und vielleicht der größte Unterschied:
Kohlhaas verliert sich selbst in seinem Kampf.
Ich habe mich selbst gerade erst wiedergefunden – auch durch das Schreiben, durch meinen Blog, durch das Bewusstsein, dass ich nicht allein bin mit meinen Erfahrungen.

Ich bin kein Michael Kohlhaas.
Ich bin ein Lehrer, ein Vater, ein Künstler – und ein Mensch, der nicht bereit ist, Akten verschwinden zu lassen oder Missstände still zu ertragen.
Aber ich bleibe aufrecht, im Rahmen des Rechts.

Denn anders als bei Kleist soll meine Geschichte nicht als Tragödie enden, sondern als Neuanfang.

Die Geschichte von Michael Kohlhaas ist zeitgemäßer den je: https://youtu.be/04gNjAYQxhc?si=9KSdExcZMg0_SCkD

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