
Seit 55 Tagen schreibe ich hier.
Ich dokumentiere, benenne Missstände, lege offen, was sonst lieber verschwiegen bleibt.
Ich habe Hinweise gegeben – viele. Und bisher keine Antwort erhalten.
Keine Gegendarstellung.
Keine Reaktion.
Kein Gespräch.
Nur Schweigen.
Und genau deshalb weiß ich heute mehr denn je:
Ich bin ein geschützter Hinweisgeber.
Ich schreibe hier nicht aus Wut, sondern aus Verantwortung.
Nicht im Ton der Anklage, sondern der Aufklärung.
Nicht mit Schlagzeilen, sondern mit Fakten.
Und alles, was hier bisher steht, ist nur ein Bruchteil.
Ein Bruchteil dessen, was tatsächlich passiert ist.
Der Anfang?
Ein Schulleiter, der sich nicht an Recht und Gesetz hielt.
Ein Schulleiter, dessen Verhalten längst hätte Konsequenzen haben müssen.
Was eine funktionierende Verwaltung getan hätte?
Ermitteln. Maßnahmen ergreifen. Amtsenthebung prüfen.
Was stattdessen geschah?
Ein Schutzschirm.
Einer, der nicht nur Fehler deckte, sondern Strukturen schuf, um Kritik zu verhindern.
Man schützte nicht das Kollegium – man schützte eine Person.
Und mit ihm das System, das ihn stützte.
Ich habe in diesem Blog bisher vor allem diesen Schutzschirm dokumentiert.
Die strukturellen Abläufe.
Das ministerielle Wegsehen.
Die perfide Kunst des Totschweigens.
Aber was hinter diesem Schutzschirm verborgen wurde –
was der Schulleiter selbst getan, veranlasst oder gedeckt hat –
das habe ich noch gar nicht öffentlich gemacht.
Noch nicht.
Methode des Systems zur Verschleierung gefällig – hier sind ein paar!
Manipulation meiner Personalakte. Ignorierte Dienstaufsichtsbeschwerden. Ausbleibende Reaktionen auf Widersprüche. Unterlassene Verfahren, die gesetzlich vorgeschrieben gewesen wären.
Und das nur, weil man sich entschied, einen Schulleiter zu decken – statt Verantwortung zu übernehmen.
Ich finde das falsch.
Ich finde das krankmachend.
Ich finde das gefährlich.
Und dennoch:
Ich darf das sagen. Ich kann das schreiben. Und sie reagieren nicht.
Ich bin geschützt.
Ich dokumentiere.
Ich bleibe da.
Doch gestern hatte ich ein besonderes Erlebnis.
Ein Gespräch, das mir gezeigt hat:
Ich bin nicht allein. Ich bin nicht verloren.
Ich habe jetzt jemanden an meiner Seite –
eine juristische Vertretung, die meine Geschichte versteht,
die sich einliest, mitdenkt und mich unterstützt.
Das verändert etwas.
Nicht die Vergangenheit.
Aber die Perspektive.
Ab heute beginnt ein neues Kapitel.
Der Blog bleibt.
Aber er wandelt sich.
Er wird weiter erzählen – nur anders.
Mit mehr Klarheit.
Mit mehr Kraft.
Mit dem Wissen:
Ich muss es nicht allein tragen.
Die Geschichte ist nicht zu Ende.
Aber sie wird ab jetzt anders erzählt.
Dieser Blog bleibt mein Ort.
Für Wahrheit.
Für Wandel.
Für das, was sonst keinen Raum bekommt.
Ich bin nicht allein.
Ich bin nicht mehr der, der ich vor 55 Tagen war.
Danke, dass ihr mitlest.