Warum der Unterschied entscheidend ist – und wie er Mobbing begünstigen kann
📅 April 3, 2025

Ich habe nie etwas gegen funktionale Hierarchien gehabt.
Im Gegenteil: Ich finde sie notwendig.
Sie schaffen Klarheit.
Sie regeln Abläufe.
Sie sorgen dafür, dass Menschen gemeinsam arbeiten können, ohne sich im Chaos zu verlieren.
Funktionale Hierarchien sind nicht das Problem.
Sie strukturieren unser Zusammenleben.
―
Ich war Lehrer.
Ich war Beamter.
Ich kannte meine Rolle.
Ich habe sie ausgefüllt.
Und ich habe mich dort auch gesehen –
solange die Regeln klar waren.
Solange Leistung und Verhalten der Maßstab waren.
Solange Professionalität den Umgang bestimmt hat.
―
Doch irgendwann veränderte sich etwas.
Es war subtil, dann immer spürbarer:
Nicht mehr die Funktion bestimmte das Miteinander,
sondern das Gefühl.
Die persönliche Nähe.
Die Loyalität zur Führungsperson.
Die Zugehörigkeit zum „inneren Kreis“.
―
Plötzlich entstanden emotionale Hierarchien:
Wer mochte wen?
Wer gehörte dazu?
Wer durfte etwas sagen – und wer nicht?
Und vor allem:
Wer wurde ignoriert, ausgegrenzt, kaltgestellt?
―
Was mich traf, war nicht die funktionale Ordnung.
Was mich traf, war das Schweigen.
Das Tuscheln.
Das Umlenken.
Die plötzliche Kälte.
Die Umdeutung meines Engagements als „Störung“.
―
Ich habe versucht, zu sprechen.
Versucht, zu verstehen.
Ich habe auf die Funktion vertraut:
auf Gremien, auf Verfahren, auf Gespräche.
Doch ich war längst nicht mehr Teil des funktionalen Systems.
Ich war Ziel eines emotionalen Systems,
das nicht benannt werden will,
aber spürbar ist –
in jedem Flur, in jedem Blick, in jeder Geste.
―
Emotionale Hierarchien sind gefährlich.
Weil sie nicht sichtbar sind.
Weil sie niemand verantwortet.
Weil sie das Klima verändern –
leise, aber tiefgreifend.
Sie sind Nährboden für Mobbing.
Für Angst.
Für den Rückzug der Einzelnen.
―
Ich habe mich nie gegen die Ordnung gestellt.
Ich habe mich gegen Unrecht gestellt.
Und wurde deshalb zum Störfaktor erklärt –
nicht durch Worte,
sondern durch Ausschluss.
―
Wenn du Ähnliches erlebt hast –
egal ob im Schuldienst, in der Verwaltung oder in einem anderen Arbeitsfeld –
schreib mir gern.
Kommentiere.
Oder teile deine Geschichte, wenn du möchtest.
Denn erst, wenn wir diese Strukturen sichtbar machen,
kann sich wirklich etwas verändern.
―
www.verwundet-im-system.de
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