
Am 1. April 2025, gleich zu Beginn meines Blogs, habe ich eine E-Mail an das Staatsministerium geschickt (siehe Mail – hier der Beitrag von Anfang April: https://verwundet-im-system.de/blogankundigung-an-den-dienstherrn/)
Ich wollte kein weiteres Schreiben, das im Ton verhärtet.
Ich wollte ein Gespräch.
In dieser E-Mail habe ich offen erklärt, warum ich meinen Blog „verwundet-im-system.de“ ins Leben gerufen habe:
nicht, um anzuklagen, sondern um aufzuarbeiten.
Um über Strukturen zu sprechen, über Verantwortung, über Fürsorge und über Wege, wie man Dinge heilen kann, die zu lange geschwiegen wurden.
Ich habe das Ministerium darin über jede Veröffentlichung informiert, auf meinen Hinweisgeberstatus nach dem Hinweisgeberschutzgesetz hingewiesen und ausdrücklich den Wunsch nach Dialog und Mediation ausgesprochen.
Meine behandelnden Ärzte unterstützten das Schreiben dieses Blogs als Teil meines Genesungsprozesses.
Es war ein offenes, ehrliches Schreiben – dokumentiert, transparent, und mit der klaren Botschaft:
Ich will reden, nicht streiten.
Diese Mail war also kein Zufallsprodukt, sondern ein bewusster Versuch, Brücken zu bauen – zu einem Zeitpunkt, an dem vieles bereits verhärtet war.
Ich veröffentliche sie jetzt, weil sie zeigt, dass meine Gesprächsbereitschaft nicht neu ist.
Ich habe diesen Weg immer wieder gewählt – ruhig, respektvoll, konsequent.
Trotzdem hat dieser Dienstherr meine Besoldung rückwirkend für den Zeitraum vom 1. April bis 26. Juni 2025 zurückgefordert – also genau für jenen Zeitraum, in dem ich offen den Dialog gesucht und auf Mediation gesetzt habe.
Das sagt viel darüber aus, wie unterschiedlich man „Fürsorge“ und „Gesprächsbereitschaft“ auslegen kann.
Im Urteil des Verwaltungsgerichts (siehe Urteil) heißt es:
„Es ist weder vorgetragen noch ersichtlich, dass die Akten betreffend den streitgegenständlichen Zeitraum vom 1. April bis … Juni 2025 nicht vollständig wären.“
Und ja – das ist rechtlich korrekt.
Denn im einstweiligen Rechtsschutz prüft ein Richter summarisch, also vorläufig, ohne in eine umfassende Tatsachen- und Beweiswürdigung einzutreten.
Er verlässt sich auf die Unterlagen, die ihm von der Behörde vorgelegt werden.
Aber was, wenn diese Akten nicht vollständig waren?
Wenn meine E-Mail vom 1. April 2025, in der ich das Staatsministerium offen über meinen Blog informierte, meinen Hinweisgeberstatus erklärte und ausdrücklich Gespräche sowie eine Mediation anbot, gar nicht in den Gerichtsakten enthalten war?
Dann konnte das Gericht meine Gesprächsbereitschaft, meine rechtlichen Hinweise und meine Intention gar nicht erkennen.
Die Verantwortung dafür liegt nicht beim Gericht, sondern bei der Behörde, die die Akten zusammengestellt hat.
Doch genau deshalb ist jetzt ein weiterer Schritt notwendig:
Der Vorsitzende Richter Zwerger vom Verwaltungsgericht München sollte nach § 86 Abs. 3 VwGO einen Hinweis an den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof geben.
Denn dort liegen die Akten – aber offenbar unvollständig.
Nur so kann gewährleistet werden, dass das Beschwerdeverfahren auf einer vollständigen Tatsachengrundlage geführt wird – nur dort kann wirklich über schuldhaftes Verhalten eines Beamten geurteilt werden.
Diese E-Mail vom 1. April 2025 ist nur eine von mindestens fünfzehn weiteren, die ich im April 2025, also im streitgegenständlichen Zeitraum an das Staatsministerium geschickt habe – alle mit demselben Ziel: Reden statt streiten.
Ich werde sie bis zum 25. Oktober 2025 hier im Blog veröffentlichen – Tag für Tag.
Und gleichzeitig habe ich alles dokumentiert vorliegen, wie oft und wie konsequent ich seit Jahren versuche, Gespräche statt Verfahren zu führen.
Ich habe durch das Urteil vom 22.08.2025 inzwischen rund 20 000 Euro verloren.
Nicht, weil ich uneinsichtig wäre, sondern weil ich für etwas kämpfe, das eigentlich selbstverständlich sein sollte:
Reden, zuhören, Lösungen finden.
Die Akte liegt derzeit beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof.
Und ich hoffe, dass dort endlich alles gesehen wird – auch das, was bisher übersehen oder weggelassen wurde.
Denn nur, wenn alles auf dem Tisch liegt, kann am Ende auch Gerechtigkeit entstehen.