
Wenn ich an meine Referendariatszeit zurückdenke, fällt mir immer wieder auf, wie unterschiedlich die Schülerpersönlichkeiten je nach Region waren.
Gauting – die „coolen“ Kids im Münchner Umland
An der Realschule Gauting hatte ich es mit Schülern zu tun, die eine gewisse coole Lässigkeit ausstrahlten. Sie waren selbstbewusst, manchmal fast ein bisschen abgeklärt. Man spürte, dass sie in einer Umgebung aufwuchsen, in der man viel erlebt und wo man auch gern zeigen will, wer man ist. Manchmal musste man sich als Lehrer schon etwas mehr „Respekt erarbeiten“, um hinter die Fassade zu schauen.
Schöllnach – die herzlichen Dorfkinder
In Schöllnach, mitten in Niederbayern, war es ganz anders. Dort erlebte ich die Schüler als lieb, offen und handzahm – echte Dorfkinder, die mit einer großen Portion Natürlichkeit und Herzlichkeit in den Unterricht kamen. Klar, auch sie brauchten manchmal eine gewisse Strenge und klare Regeln, aber im Kern war da viel Menschlichkeit und Aufgeschlossenheit.
Zwei Erfahrungen, ein wertvoller Vergleich
Natürlich will ich nicht sagen, dass die einen „besser“ und die anderen „schlechter“ waren. Aber die Unterschiede waren prägnant. Für mich war das eine wertvolle Erfahrung: Schule ist immer auch ein Spiegel der Region und der Lebenswelten der Kinder.
Und genau das macht den Lehrerberuf so spannend: man begegnet ständig neuen Facetten von Jugend, Erziehung und Kultur – und lernt dabei selbst unglaublich viel dazu.