Verwundet im Dienst

Wie das System mich krank machte – und trotzdem aufrecht

Teil 5: Methode Ministerium – Wenn Gesprächsverweigerung als Dialog verkauft wird

In meinem letzten Beitrag habe ich geschrieben, dass es kein Gespräch gab.
Aber genau genommen stimmt das nicht ganz.
Denn: Es gab eines.
Nur nicht mit den Menschen, die Verantwortung trugen.

Meine Tochter hat sich ausdrücklich ein Gespräch gewünscht – sie hat es gefordert
mit dem Schulleiter,
mit dem Deutschlehrer
und mit dem Ministerialbeauftragten.

Das war klar formuliert.
Romina wollte das.
Ihre Mutter wollte das.
Ich auch.

Wir wollten verstehen,
wollten klären,
wollten eine Stimme bekommen.

Doch alle drei –
der Schulleiter, der Deutschlehrer und der Ministerialbeauftragte
ließen sich verleugnen.
Alle drei hatten „keine Zeit“.
Alle drei blieben weg.


Stattdessen wurde ein Gespräch angeboten.

Mit wem?
Mit der Klassenleiterin meiner Tochter.
und der stellvertretenden Klassenleiterin.

Beide hatten mit den Gedicht überhaupt nichts zu tun.
Das Gedicht wurde am 3. Februar 2023 im Deutschunterricht vorgetragen. Von der Anzeige erfuhren wir erst am 31. August 2023 – durch ein Schreiben der Staatsanwaltschaft.
Das Gespräch mit der Schule fand Mitte September – also im neuen Schuljahr statt – aber nicht etwa mit den Verantwortlichen, sondern mit den beiden völlig unbeteiligten Lehrkräften, die keinerlei Kenntnis vom Sachverhalt hatten.

Dazu kamen:
eine Schulpsychologin
und eine Mitarbeiterin des Ministerialbeauftragten – obwohl wir ausdrücklich um ein Gespräch mit dem Ministerialbeauftragten baten.

Ziel des Gesprächs?
Unbekannt.

Sinnhaftigkeit?
Ebenso fraglich.

Ein Gespräch mit Unbeteiligten, die nicht wussten, worum es überhaupt geht – das ist nicht Kommunikation, sondern ein Feigenblatt.
Oder, weniger höflich gesagt: Für jeden Dritten offensichtlich sinnfrei.


Romina hatte ganz klar gesagt, was sie sich wünschte:

„Ich will mit dem Deutschlehrer sprechen.“
„Ich will mit dem Schulleiter sprechen.“
„Ich will dem Ministerialbeauftragten sagen, wie schlimm das für mich ist.“

Doch was bekam sie?

Abgesandte. Stellvertreter. Funktionsträgerinnen.
Ein Gespräch ohne echte Gesprächspartner.

Drei Männer – Schulleiter, Lehrer, Ministerialbeauftragter –
schicken ihre Vertreterinnen.

Romina und ihre Mutter haben das Gespräch aus genau diesem Grund abgesagt.
Weil es nichts mit dem zu tun hatte, was Romina wirklich gebraucht hätte.


Ich selbst habe an dem Gespräch teilgenommen.
Nicht, weil ich viel erwartete – sondern um zu zeigen:
Wir sind gesprächsbereit.

Ich habe deutlich machen lassen:
Romina möchte weiterhin ein Gespräch mit den Verursachern.
Es wurde sogar protokolliert.

Aber passiert ist: nichts.

Keine Einladung.
Keine Klärung.
Kein Mut auf der anderen Seite.


Das ist die Methode Ministerium.
Man gibt sich gesprächsbereit –
aber nur da, wo es nicht weh tut.
Nur da, wo keine Verantwortung übernommen werden muss.
Nur da, wo man im System bleiben kann,
ohne zu spüren, was man angerichtet hat.

Nächstes Kapitel: Teil 6: Der schweigende Lehrer – wenn Pädagogik versagt

Die Anzeige – von Anfang an lesen: Teil 1: Post vom Staatsanwalt – und meine Tochter steht plötzlich im Fokus

Meine Kindheit: Kapitel 1: Die Tür zum Kinderzimmer – Wie alles begann

Ich hätte nach Kösching versetzt werden sollen – jetzt ist der Schulleiter dort? Falls Du mehr darüber wissen willst, lies hier weiter: Stresstest für den Freistaat Bayern – Folge 1: