Verwundet im Dienst

Wie das System mich krank machte – und trotzdem aufrecht

Seite 3: Was passiert mit der Petition – und was tun, wenn nichts passiert?

Was macht die Behörde mit deiner Petition?

  • Die Stelle muss deine Eingabe entgegennehmen und prüfen
  • Sie darf dich nicht benachteiligen
  • Sie ist verpflichtet, dir eine Rückmeldung zu geben

Die Antwort kann:

  • eine sachliche Stellungnahme enthalten
  • die Forderung zurückweisen (mit Begründung)
  • oder (selten, aber möglich) eine Veränderung anstoßen

Und wenn… nichts passiert?

Leider keine Seltenheit.
Dann gilt:

  • Erinnerungsschreiben senden (nach 4–6 Wochen)
  • höhere Stelle informieren
  • ggf. öffentliche Petition starten (z. B. über change.org oder openpetition.de)

Öffentliche vs. interne Petition

Interne PetitionÖffentliche Petition
Offiziell, rechtlich verankert (Art. 17 GG / Art. 7 BayBG)Politisch öffentlich, aber nicht rechtsverbindlich
Sachlich, dienstlich, schriftlichEmotional, mobilisierend, öffentlichkeitswirksam
Schutz vor Nachteilen garantiertAufmerksamkeit, aber auch Risiko der Bloßstellung
Gilt auch für Beamt:innen im aktiven DienstVor allem für politische oder strukturelle Themen

Warum sich Petitionen lohnen – selbst wenn sie abgelehnt werden

Weil sie zeigen:

  • Ich bin nicht bereit zu schweigen
  • Ich nehme meine Rechte wahr
  • Ich dokumentiere strukturelle Missstände
  • Und: Ich lasse das System nicht einfach weiterlaufen, wenn es Fehler macht

Fazit

Petitionen sind demokratische Werkzeuge.
Sie sind kein Bittbrief – sondern ein rechtlich geschützter Akt von Verantwortung.
Wer sie schreibt, übernimmt Verantwortung für sich – und oft auch für andere.

Lies noch einmal: Folge 1: Was ist das Petitionsrecht – und warum ist es so wichtig?

Lies noch einmal: Seite 2: Wie reiche ich eine Petition ein – Schritt für Schritt