Verwundet im Dienst

Wie das System mich krank machte – und trotzdem aufrecht

Prolog Teil 1: Nicht gegen Menschen – gegen ein krankmachendes System

Man hat mich in den letzten Jahren immer wieder missverstanden.
Viele dachten: „Schmitt hat ein Problem mit dem Schulleiter.“

Nein.
Ich hatte nie ein persönliches Problem mit einem Schulleiter.
Ich weiß: Menschen sind, wie sie sind. Der damalige Schulleiter mochte ein Problem mit mir gehabt haben – das war sein gutes Recht. Aber ein Ministerium, das daraus eine dienstrechtliche Eskalation macht, ein ganzes Kollegium hineinzieht, Akten manipuliert und Prozesse auf Jahre hinausführt, hat ein strukturelles Problem.

Am Ende wurde der Schulleiter zum 01.09.2024 versetzt. Das Ministerium musste mein Verfahren zurückziehen. Ich sage das nicht triumphierend – sondern dokumentierend.
Denn obwohl das Ministerium diesen Vorgang heute sicher anders darstellt, sprechen die Fakten eine klare Sprache.

Der Aktenvermerk „Bitte Vorfall 8 inkl. Anlage schwärzen!!“ ist nicht nur ein Verwaltungsfehler – er ist ein Beweis dafür, wie mit unangenehmen Wahrheiten umgegangen wird. Ebenso aufschlussreich sind zwei Zeitungsartikel:

„Neuer Schulleiter an der Altmühltal-Realschule Beilngries
Harald Schuster ist neuer Rektor an der Realschule in Kösching

Darin heißt es, der frühere Schulleiter habe „ein Angebot bekommen und musste nicht lange überlegen“.
Der andere sagte: nichts.

Die Geschichte erzählt sich selbst – zwischen den Zeilen.

Ich versuche aber nicht, Menschen zu verändern.
Wenn sich Menschen falsch verhalten, brauchen sie ein Korrektiv.
Aber dieses Korrektiv muss – in einem funktionierenden System – von der nächsthöheren Ebene kommen.
Diese hat von Januar 2019 bis August 2024 zugesehen – und dann bewusst weggeschaut.

Ich versuche nicht, Menschen zu kontrollieren.
Ich versuche, Systeme zu verändern.
Und genau darin liegt der Kern meines Engagements.


Ein krankmachendes System ist mehr als eine einzelne Schule

Ein krankmachendes System zeigt sich nicht nur im Verhalten Einzelner, sondern vor allem in den Schutzmechanismen,
die ein Staat anwendet, um sich selbst zu rechtfertigen – auch dann, wenn Fehler offensichtlich sind.

Wenn die Exekutive die Gerichte falsch oder selektiv informiert,
dann verliere ich den Glauben an einen funktionierenden Rechtsstaat.

Wir haben ein Problem:
überlastete Gerichte und eine Verwaltung, die sich Verfahren zurechtlegt.
Viele Menschen fühlen sich durch „die Obrigkeit“ ungerecht behandelt –
und landen in einem Konflikt, der oft jahrelang andauert und seelisch wie existenziell zermürbt.

Ich halte seit über sechs Jahren dagegen.
Und erst heute sehe ich klar, was wirklich geschieht:
Die Exekutive erlaubt sich, Gerichte zu täuschen.
Und ein Richter, der unter Zeitdruck steht, hat kaum eine Chance, alles umfassend zu prüfen.

Vielleicht ist das sogar systemisch gewollt.
Vielleicht bräuchte unser Land viel mehr Richter.
Aber ich sage klar und deutlich, was ich erlebt habe –
und was in meiner Personalakte dokumentiert ist:
Die Exekutive belügt Gerichte.

Und deshalb bleibt mir nur eine Antwort:
Öffentlichkeit.


Ich bin kein Störer – ich bin ein Korrektiv

Was mich antreibt, ist kein persönlicher Groll.
Es ist die Überzeugung, dass Strukturen überprüft werden müssen,
wenn sie Fehlentwicklungen begünstigen.

Ich sehe mich nicht als Störer, sondern als das,
was ein demokratischer Staat braucht:
ein Korrektiv – loyal, rechtsstaatlich, unbequem.

Ich habe Maßnahmen erlebt, die mich psychisch und existenziell schwer belastet haben:
Hausverbote, amtsärztliche Überprüfungen, Arbeitsverbote, Versetzungen, Verfahrensverschleppungen – das volle Programm.
Was ich nie erlebt habe, war echter Dialog.


Ein System, das Kontrolle sucht, aber keine Klärung

Ich habe Konflikte benannt.
Ich habe Gesprächsangebote gemacht – im Sinne der Fürsorgepflicht.

Die Antwort:
Ein gerichtliches Verfahren, das von Anfang an aussichtslos war.

Die Grundlage:
Geschwärzte Unterlagen – gegenüber dem Haupt- und dem örtlichen Personalrat.
Fragwürdige Verfahrenssteuerung.
Und nur das Ministerium und ich wissen bisher, welche weiteren Untiefen sich hinter den Akten verbergen.

Statt den Dialog zu suchen, versuchte man, mich aus dem System zu entfernen.

Ich bin nun fast vier Jahre faktisch außer Dienst.
Keine Frühpensionierung.
Keine vollständige Wiedereingliederung.
Nur: Schwebezustand.

Das widerspricht jeder Fürsorgepflicht –
und jeder gesunden Verwaltungslogik.


Was mich hält? Das Recht.

Ich arbeite rechtlich sauber.
Ich argumentiere juristisch, beamtenrechtlich, verwaltungsrechtlich korrekt.
Ich habe bereits einen klaren Verfahrensfehler nachgewiesen –
und es sind noch weitere dokumentiert.
Diese werde ich im Verlauf dieser Blogreihe öffentlich machen.


Ich bin Beamter – und ich verhalte mich loyal.
Mein Projekt ist kein Angriff auf den Staat, sondern ein Test seiner Fürsorge, ein Spiegel seiner Strukturen.
Und ja, ich stelle unbequeme Fragen – aber aus Verantwortung, nicht aus Ablehnung.

Ich habe Fähigkeiten, die für diesen Staat wertvoll sein könnten.
Das klingt vielleicht selbstbewusst – aber es ist ehrlich gemeint.
Ich will sie einbringen. Denn ich bin kein Staatsgegner.
Ich bin ein Befürworter, der sich eine rechtsstaatlich starke Verwaltung wünscht.

Vielleicht bin ich manchmal eine moralische Instanz.
Eine, die das Prinzip „Ober sticht Unter“ hinterfragt –
und sagt: Gesetz sticht Ministerielle.
Denn wir haben Gesetze – und sie gelten für alle.


In meiner Kindheit konnte ich mich auf nichts verlassen.
Ich bin in einem emotionalen Schwebezustand aufgewachsen (lies dazu das: System Mutter).
Schon damals war ich der „Schwierige“. Meine Mutter sagt das bis heute.
Mein Elternhaus gab mir keine Sicherheit – nur Unsicherheit.

Und genau deshalb verlange ich heute Sicherheit –
nicht durch Gefühle, sondern durch Recht.
Wenn ich mich schon emotional nicht geschützt fühle,
dann will ich mich wenigstens auf den Rechtsstaat verlassen können.

Ich bin nicht streitsüchtig. Ich bin nicht rechthaberisch.
Ich bin jemand, der Verlässlichkeit sucht
in einem System, das vorgibt, verlässlich zu sein.


Der Stresstest beginnt

Ich hätte die politische Spitze erreichen können – die Kontakte wären da – gestern beim Zeidlermarkt in Feucht.
Aber ich habe darauf verzichtet – aus Loyalität zum demokratischen System.

Stattdessen habe ich mich entschlossen, einen Test zu starten:
Einen dokumentierten Stresstest für den Freistaat Bayern.

Dieser Test fragt:

  • Meint der Staat seine Fürsorgepflicht ernst?
  • Reagiert er auf systematische Fehlentwicklungen?
  • Ist er bereit zur Transparenz gegenüber Gericht und Öffentlichkeit?
  • Wie geht er mit unbequemer, aber sachlicher Kritik um?

Fortsetzung folgt – in Teil 2:
„Ich bleibe und bringe die Öffentlichkeit mit“