
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
lieber örtlicher Personalrat,
dies ist kein Angriff. Es ist ein Versuch, Brücken zu bauen.
Ich war über viele Jahre hinweg Verbindungslehrer – gewählt von den Schülerinnen und Schülern. Ich war Vorsitzender des Personalrats – gewählt von euch. Ich weiß: Vielleicht hat meine Art nicht allen gefallen. Aber mein Ziel war immer klar – diese Schule besser zu machen. Und ich denke, viele Kolleginnen und Kollegen, die lange hier sind, werden das bestätigen können.
Doch in der Zeit meiner Abwesenheit hat sich offenbar ein Bild von mir aufgebaut, das meiner Person, meiner Reputation, meiner Geschichte nicht gerecht wird. Und genau deshalb richte ich dieses Wort an euch:
Ich bin nicht euer Feind. Ich bin euer Freund.
Gestern habe ich ein Schreiben des örtlichen Personalrats erhalten – und ich spüre darin eine Form der Verschanzung, der Abgrenzung. Das finde ich schade. Nicht, weil ich gekränkt bin. Sondern weil ich glaube, dass gerade an der Basis einer Schule Offenheit und Dialog die einzigen Wege sind, um gemeinsam zu wachsen. Fragt bitte auch meinen für mich zuständigen Mitarbeiter der Schulleitung – er kennt mich. Wie ich wirklich bin. Fragt den ehemaligen Personalratsvorsitzenden. Fragt die ehemaligen Mitstreiter des örtlichen Personalrats, die mich und meine Beweggründe vielleicht auch nicht zu 100% verstanden haben, aber die meine Verdienste für die Schule kennen. Lasst uns gemeinsam miteinander sprechen – nicht übereinander. Verschanzen würde der pädagogischen Verantwortung nicht gerecht werden.
Ich war von September 2023 bis Juli 2024 nicht bei euch. Ich durfte nicht arbeiten – es wurde mir verboten. Und dennoch hieß es vor dieser Zeit, ich hätte dem Kollegium geholfen. Es scheint, als hätte sich in meiner Abwesenheit ein anderes Bild verfestigt. Aber ich bin in Frieden mit dieser Schule. Und auch mit dem Schulleiter, der nun nicht mehr da ist.
Ehrlich gesagt war ich einer der wenigen, die nicht wollten, dass er geht. Ich wollte in den Dialog eintreten – immer. Ich habe geweint, als ich es erfuhr – nicht aus Trauer, sondern weil ich hoffte, dass nun ein Wandel möglich wird. Ich hätte mir eine Schule gewünscht, in der man dann mit mir spricht. In der man nicht schweigt oder taktiert.
Und deshalb richte ich heute dieses Angebot an euch:
🔸 Lasst uns reden.
🔸 Lasst uns aufarbeiten, was war – im geschützten Raum.
🔸 Lasst uns ehrlich sein, damit wir nicht schweigen müssen, wenn andere über uns sprechen.
Ich werde diese Schule nicht schlechtreden. Ich werde euch nicht angreifen. Ich werde euch bis zuletzt schützen, so wie ich das immer getan habe – und ich betone – jeden Kollegen. Aber wenn gar kein Gespräch zustande kommt – wenn ich nur Schweigen ernte –, dann muss ich meine Geschichte irgendwann erzählen. Und sie ist gut dokumentiert.
Darum bitte ich euch: Kommt auf mich zu. Lasst uns in den Dialog gehen. Für uns. Für die Schule. Für alle, die dort arbeiten und lernen. Keiner von uns ist Täter – wir sind alle Opfer eines Systems, das manches Mal die Falschen schützt.
In Wertschätzung,
Mathias Schmitt