Verwundet im Dienst

Wie das System mich krank machte – und trotzdem aufrecht

Mein Start in Ingolstadt – und die Begegnung mit Peter Riedl

Nach dem Referendariat stellt sich für alle die spannende Frage: Wo geht es jetzt hin? Man weiß es vorher nicht, es ist ein Moment voller Ungewissheit – und zugleich voller Vorfreude.

Ich hatte das Glück, dass ich dorthin kam, wo ich es mir gewünscht hatte: nach Ingolstadt, an die Staatliche Realschule I, die „Freiherr-von-Ickstatt-Realschule“.

Der erste Kontakt mit meinem neuen Schulleiter

Dort begegnete ich einem Menschen, der mich von Anfang an beeindruckt hat: Peter Riedl, mein neuer Schulleiter. Ich erinnere mich noch genau an diesen ersten Kontakt. Ein kleiner Mann, äußerlich unscheinbar – aber dann dieses Gespräch.

Ich erzählte ihm, dass bald mein Sohn geboren werden würde. Und er sah mich an und sagte den Satz, der mich völlig überrascht hat:

„Egal was ist, egal wie wichtig die Arbeit auch sein mag – das Wichtigste ist immer die Familie.“

Ein Satz, der nachwirkte

Zunächst war ich sprachlos. Ein Schulleiter, der so etwas sagt? Ich hatte erwartet, dass Arbeit und Schule für ihn über allem stehen müssten. Aber er stellte sofort klar: Familie geht vor.

Damals habe ich mich gefragt: Meint er das ernst? Oder sagt er das nur so? Heute, fast 20 Jahre später, weiß ich: Er hat es ernst gemeint.

Ein Mensch, der hält, was er sagt

Peter Riedl war und ist für mich eine besondere Persönlichkeit. Schon in diesem ersten Gespräch zeigte er mir, dass man auch in einer Leitungsposition Mensch bleiben kann – klar, aufrichtig, authentisch.

Und bis heute, in den schwierigen Konflikten, die ich mit dem Ministerium austrage, ist er jemand, der mir mit Rat und Beistand zur Seite steht.

Mein Fazit

Manche Begegnungen prägen ein ganzes Berufsleben. Für mich war Peter Riedl so eine Begegnung – einer, der mit wenigen Worten mehr über Haltung, Fürsorge und Menschlichkeit gesagt hat, als viele andere in unzähligen Reden.