
Während das Seminarjahr noch stark angeleitet ist, beginnt im Einsatzjahr der erste große Schritt in die eigene Unterrichtsverantwortung. Plötzlich steht man nicht mehr nur unter Beobachtung, sondern führt Klassen selbstständig – mit allem, was dazugehört: Unterrichtsvorbereitung, Klassenführung, Leistungsbewertung.
Ein Betreuungslehrer pro Fach
Im Einsatzjahr ist man zwar nicht völlig allein, sondern bekommt in jedem Fach einen Betreuungslehrer an die Seite gestellt. Ich selbst habe damals drei Fächer unterrichtet:
- IT – eine Zusatzqualifikation, die ich mir noch im Referendariat erworben hatte
- Musik
- Sport
Das bedeutete, ich hatte drei verschiedene Betreuungslehrer – und drei völlig unterschiedliche Lehrerpersönlichkeiten.
Verschiedene Persönlichkeiten, verschiedene Stile
- Der Sportlehrer war eine richtig chillige, coole Socke. Bei ihm spürte man sofort: Praxis, Begeisterung, Lockerheit – das stand an erster Stelle.
- Der Musiklehrer war das genaue Gegenteil: sehr korrekt, sehr strukturiert, manchmal auch etwas steif in seiner Art.
- Mein Betreuungslehrer für IT wiederum war durch und durch akkurat – er legte großen Wert auf Genauigkeit, Ordnung und korrekte Abläufe.
Diese Vielfalt war unglaublich spannend. Denn so habe ich schon früh gelernt, dass es nicht den einen „richtigen“ Lehrer gibt. Jede Persönlichkeit bringt ihre eigenen Stärken – und auch ihre Eigenheiten – in den Unterricht.
Unsicherheit und Rückhalt
Natürlich ist man am Anfang unsicher, wenn man plötzlich allein vor einer Klasse steht. Aber genau dafür sind die Betreuungslehrer da: man kann immer Rückfragen stellen, Unterricht besprechen und bekommt wertvolles Feedback. Rückblickend war es genau dieser Mix aus Selbstständigkeit und Begleitung, der mich in meinem Einsatzjahr enorm wachsen ließ.