Verwundet im Dienst

Wie das System mich krank machte – und trotzdem aufrecht

Logik, dein Name ist Ministerium – Teil 8: Dienstverbot im Namen der Fürsorge

Man sagte vor zwei Wochen, es sei Fürsorge gewesen.
Man sagt, man wollte ja vielleicht damals schützen.
Und am Ende stand 2023 ein Verbot der Führung der Dienstgeschäfte.
Ein Widerspruch in sich.

Nach meiner Dienstunfallanzeige, so hieß es vor zwei Wochen, habe man mich nur schützen wollen –
vor den Maßnahmen des Schulleiters.
Aber während man mich „schützte“, wurden die Maßnahmen in der Folge gegen mich härter.
Mehr Überwachung, mehr Kontrolle, mehr Verfahren, mehr Schweigen.

Ich habe Angst – ja.
Eine diagnostizierte Angststörung.
Ich habe das offen gelegt, mehrfach, schriftlich, ärztlich belegt.
Ich habe nichts versteckt. Ich habe mich verletzlich gemacht –
in der Hoffnung auf Verständnis.
Und was kam, war nicht Hilfe, sondern Misstrauen, weitere Maßnahmen.

Man hat mir gesagt: „Es war Fürsorge.“
Aber Fürsorge bedeutet, jemanden zu stärken – nicht ihn zu entmündigen.
Fürsorge heißt, Vertrauen zu schenken – nicht Kontrolle auszuweiten.
Fürsorge heißt, zuzuhören – nicht zu verordnen.

Ich verstehe es nicht.
Ich verstehe die Logik nicht, nach der man jemanden schützt,
indem man ihm alles nimmt, was ihm Halt gibt.
Arbeit, Selbstwirksamkeit, Stimme, Würde.

Ich habe die Logik gesucht – in Akten, in Schreiben, in Gesprächen.
Ich finde nur Begründungen, keine Gründe.
Ich finde Floskeln, keine Fürsorge.
Und immer wieder dieses eine Wort: „Schutzmaßnahme“.
Ein Wort, das klingt, als wolle es retten – und in Wahrheit entzieht.

Ich bin ruhig geblieben.
Ich habe mich an Recht und Gesetz gehalten.
Ich habe jeden Schritt dokumentiert, jede Zeile gelesen, jede Regel beachtet.
Ich habe den Rechtsstaat ernst genommen – vielleicht zu ernst.
Denn manchmal habe ich das Gefühl, er nimmt sich selbst nicht mehr ernst.

Ich wollte nie kämpfen, ich wollte verstehen.
Ich wollte nie auf Konfrontation, ich wollte Vertrauen.
Und jetzt stehe ich da – geschützt, entmachtet, stillgestellt.
Im Namen der Fürsorge.

Logik, dein Name ist Ministerium.
Und ich frage mich, ob du selbst noch weißt, was du tust.
Denn was hier als Schutz verkauft wird, verletzt.
Was hier als Maßnahme gilt, zerstört Vertrauen.
Und was man mir als Ruhe verordnet, nennt man dann „gesundheitliche Fürsorge“.

Ich bleibe ruhig – nicht, weil ich keine Angst habe,
sondern weil ich gelernt habe, dass jede Reaktion gegen mich verwendet wird.
Ich bleibe ruhig, weil ich meinen Eid ernst nehme:
auf die Verfassung, nicht auf das System.
Ich bleibe ruhig, weil ich glaube, dass Wahrheit Zeit braucht.

Vielleicht ist das der eigentliche Schutz,
den man mir nicht geben konnte:
die Ruhe, die man sich selbst nehmen muss,
wenn die Logik aufhört – und der Mensch beginnt.

Lies dazu auch: Logik, dein Name ist Ministerium. Teil 7: Die Kunst der Parallelrealitäten

Oder das: Logik, dein Name ist Ministerium – Teil 1: Wenn ein Gespräch plötzlich ein BEM sein soll