Verwundet im Dienst

Wie das System mich krank machte – und trotzdem aufrecht

Logik, dein Name ist Ministerium. Teil 6: Die Kunst des selektiven Lesens

14. Mai 2024.
Das sogenannte BEM-Gespräch.

Wir haben inzwischen genug darüber gehört.
Kein Verfahren. Kein Protokoll. Keine Klärung.

Es war, was es immer war:
Form ohne Inhalt. Pflicht ohne Perspektive.

Der Schulleiter verweigerte:

  • eine externe Moderation,
  • eine strukturierte Nachbereitung,
  • jede ernsthafte Auseinandersetzung mit der Situation.

Er sagte Nein.
Zur Mediation.
Zur Aufarbeitung.
Zur Fürsorge.


Und was macht das Ministerium?

Man könnte vermuten:
Es interveniert.
Es ordnet eine Wiederholung an.
Es fragt, warum das Gespräch scheiterte.

Falsch gedacht.

19. Juni 2024.
Das Ministerium eröffnet das Anhörungsverfahren zur amtsärztlichen Attestpflicht.
Begründung: Zweifel an meiner Dienstfähigkeit.

Dabei war ich zu diesem Zeitpunkt schlicht krankgeschrieben
aufgrund der weiterhin ungeklärten Konflikte.
Nicht aus Willkür, sondern zum Schutz meiner Gesundheit.
Denn das amtsärztliche Gutachten vom 11.04.2024 stellte klar:

„Die Beschwerden treten belastungsabhängig auf –
insbesondere in Verbindung mit den bestehenden Konflikten (siehe:
Amtsärztliche Untersuchung_11.04.2024_Belastung_geschwärzt).“

Statt Aufarbeitung folgt: Kontrolle.
Statt BEM: Attestpflicht.
Statt Fürsorge: Eskalation.

Und besonders brisant:
Das Ministerium formuliert in der Anhörung, dass künftig „für jeden einzelnen Tag“ der Arbeitsunfähigkeit ein amtsärztliches Zeugnis vorzulegen sei –
spätestens ab dem vierten Kalendertag (siehe: Anhörung_Amtsärztliche_19.06.2024_geschwärzt).

Das ist nicht nur praktisch unzumutbar –
es ist auch rechtsstaatlich bedenklich.

Denn: Eine derart weitreichende Maßnahme, die den regelmäßigen Kontakt zum Amtsarzt erzwingt,
untergräbt nicht nur das Verhältnis zu den behandelnden Ärztinnen und Ärzten,
sondern auch das Prinzip der Verhältnismäßigkeit und Vertrauensschutz im Beamtenverhältnis.

Das Ministerium beherrscht die Kunst des selektiven Lesens.
„Voll dienstfähig.“
Und überliest:
Alles andere.


Gesundheitsmanagement – nach ministerieller Logik:

  • Kein BEM.
  • Keine Mediation.
  • Keine Klärung.

Aber:
Attestpflicht.
Ab dem vierten Kalendertag.
Anordnung nach verweigertem Gespräch.
Basierend auf einem selektiv interpretierten Gutachten.


So funktioniert sie – die Kunst des Gesundheitsmanagements:

Man nennt es „Fürsorge“.
Und meint: Kontrolle.

Man nennt es „Gesundheit“.
Und meint: Dienstfähigkeit unter allen Umständen.

Man nennt es „Management“.
Und meint: Druck.


Logik, dein Name ist Ministerium.
Und Gesundheit?
Dein taktisches Argument.
Psychische Belastung?
Ein Störfaktor im Verfügungsrahmen.
Und amtsärztliche Gutachten?
Dein Einbahnstraßenspiegel:
Was dir passt, wird gesehen – der Rest: ignoriert.

Logik, dein Name ist Ministerium – Teil 1

Logik, dein Name ist Ministerium – Teil 2

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Logik, dein Name ist Ministerium – Teil 4

Logik, dein Name ist Ministerium – Teil 5