
Ich habe lange geglaubt, ich sei nur besonders sensibel.
Emotional. Intensiv.
Und ja – das bin ich auch. Aber irgendwann musste ich mir eingestehen:
Da ist noch mehr.
Etwas in mir will gesehen werden.
Will gehört werden.
Will Aufmerksamkeit – nicht aus Eitelkeit,
sondern weil es sie nie wirklich bekommen hat.
Die histrionische Persönlichkeit – das klingt wie eine Diagnose.
Wie ein Stempel.
Aber für mich war es eine Offenbarung.
Plötzlich ergab so vieles Sinn:
Warum ich so viel rede, wenn es still wird.
Warum ich so leidenschaftlich kämpfe – und dann zusammenbreche.
Warum ich manchmal alles gebe – und gleichzeitig das Gefühl habe, leer zu sein.
Ich habe gelernt, durch Wirkung zu leben.
Ich habe meine Gefühle gezeigt – nicht gespielt.
Aber ich habe sie groß gemacht, damit man sie endlich sieht.
Ich habe mich erklärt, gerechtfertigt, inszeniert –
nicht, weil ich manipulieren wollte,
sondern weil ich gehört werden wollte.
Weil mein inneres Kind geschrien hat:
„Sieh mich endlich!“
Diese Schleife hat mir oft geschadet.
In Beziehungen. Im Beruf. In Konflikten.
Weil ich nie gelernt hatte, dass ich genug bin – auch ohne Wirkung.
Denn ich habe einen Nullwert mitbekommen.
Nicht bewusst.
Aber tief verinnerlicht.
Und mein ganzes Leben war der Versuch, diesen Nullwert zu überkompensieren.
Ich hätte mich auch zum Narzissten entwickeln können.
Aber ich bin der geworden, der andere rettet.
Der stark ist, emotional, nahbar –
und doch abhängig vom Gesehenwerden.
Heute ist mir klar:
Das war kein Charakterfehler.
Das war eine Überlebensstrategie.
Eine Form, in einem kalten System überhaupt irgendwie sichtbar zu sein.
Und das ist nicht falsch.
Das ist: menschlich.
Aber es ist nicht mehr nötig.
Ich darf heute klein sein.
Still. Unvollkommen.
Und trotzdem da.
Ich muss nichts mehr beweisen.
Ich darf aufhören, mein Inneres zu inszenieren,
nur damit jemand hinsieht.
Denn ich sehe mich selbst.
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