Verwundet im Dienst

Wie das System mich krank machte – und trotzdem aufrecht

Fünf Tage Frieden

Mein Angebot vom 27. September 2025 war eindeutig.
Ich habe gesagt, ich werde diesen Blog nur positiv gestalten.
Keine Missstände, kein Angriff, keine Schuldzuweisungen – nur den Versuch, wieder in den Frieden zu kommen.
Und genau das habe ich getan.

Ich habe über Kunst geschrieben, über Begegnungen, über Menschlichkeit.
Über all das, was heilt, anstatt zu spalten.
Aber ich merke, dass man sich auf der anderen Seite schwer damit tut.
Dass man schweigt, wo man längst reden müsste.
Und dass man hofft, ich würde irgendwann einfach aufhören, zu fragen.

Sehr geehrter Herr Ministerialrat Diller,
Sie wissen, was seit dem 13. Mai 2019 in meiner Personalakte geschehen ist –
und ich hoffe, Sie wissen auch, dass es die Öffentlichkeit eigentlich nichts angeht.
Ich wünsche mir, dass wir intern darüber sprechen.

Das ist jetzt mehr als sechs Jahre her.
Sechs Jahre, in denen ich versucht habe zu verstehen,
was hinter den Kulissen geschehen ist.
Je länger ich gesucht habe, desto mehr kam ans Licht –
auch, oder vielleicht gerade, in den letzten Tagen.

Denn wenn eine Seite eine Mediation anbietet
und die andere in Aktionismus verfällt,
dann steckt oft mehr dahinter.
Spielen Sie Schach, Herr Ministerialrat Diller?
Dann wissen Sie, dass man mit Zügen rechnen muss.
Und manchmal, wenn ein Zug plötzlich wie ein Kamikaze wirkt,
dann zeigt er vor allem eines: Hilflosigkeit.

Was 2019 passiert ist, war ein Skandal.
Und dass es über sechs Jahre lang vertuscht wurde – ein noch größerer.
Ich hätte allen Grund, wütend zu sein.
Aber ich bin es nicht.
Ich achte den Rechtsstaat.
Ich bleibe ruhig.
Ich bleibe im Frieden – noch fünf Tage lang.

Das ist wahre Größe.
Und genau diese Größe wünsche ich mir jetzt auch von der Gegenseite.
Nicht als Geste, sondern als Haltung.
Denn Größe zeigt sich nicht im Schweigen.
Größe zeigt sich darin, Verantwortung zu übernehmen –
und den Mut zu haben, sich hinzusetzen, hinzusehen und zu sagen:
„Ja, da ist etwas schiefgelaufen. Lassen Sie uns das gemeinsam lösen.“

Falls jemand den Satz „Ich bleibe im Frieden – noch fünf Tage lang“ als Drohung missverstehen sollte, möchte ich klarstellen:
Damit ist keine Drohung gemeint.

Nach Ablauf dieser Frist werde ich lediglich wieder damit beginnen, Missstände zu veröffentlichen – so, wie es mir durch das Hinweisgeberschutzgesetz (HinSchG), das Grundrecht auf Meinungsfreiheit sowie die Kunstfreiheit ausdrücklich erlaubt ist.

Mein Angebot vom 27. September 2025, eine Mediation einzuleiten, steht weiterhin.
Allerdings haben sich seitdem zahlreiche neue Erkenntnisse ergeben,
die – gerade im Sinne von Transparenz und Verantwortlichkeit –
nicht dauerhaft verschwiegen bleiben können.

Mein Beitrag vom 08.05.2025: Schlussakkord Teil 2 – Warum unser Staat den inneren Kompass verloren hat- 8. Mai 2025