Verwundet im Dienst

Wie das System mich krank machte – und trotzdem aufrecht

Friedvoller oder eskalierender Konflikt? – Wie Systeme reagieren und woran sie sich messen lassen

Was gerade passiert, ist bezeichnend.

Seit vielen Jahren versuche ich, mit dem Kultusministerium in einen echten Dialog zu treten (lies: Ich habe lange geschwiegen – und noch länger gehofft).. Denn nur durch ein Gespräch auf Augenhöhe lässt sich ein Konflikt lösen. Doch was ich stattdessen erlebe, ist eine Strategie der Verschanzung.

Ich vermute, dass mein Blog inzwischen juristisch geprüft wird – auf Formulierungen, auf mögliche Fehler, auf Angriffsflächen (Warum dieser Blog rechtlich zulässig ist oder Hinweis an das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus). Nicht, weil ich falsch liege, sondern weil man Wege sucht, mich zu diskreditieren.
So funktioniert Eskalation.
So sind wir hierhergekommen.

Dabei war mein Weg ein ganz anderer.

Ich bin nicht laut gestartet. Ich bin nicht öffentlich gestartet.
Ich habe – wie viele andere auch – zuerst das Gespräch gesucht. Direkt vor Ort.

Mit dem damaligen Schulleiter. Konstruktiv. Auf Augenhöhe.
Ich wollte Lösungen. Ich wollte eine bessere Schule.
Für die Schüler. Für die Kollegen. Für das Kollegium. Für uns alle.

Doch statt einer Lösung erlebte ich: Machtgefälle.
Und wer dauerhaft Machtgefälle schafft, der schafft Angst.
Angst vor Benachteiligung. Angst vor Konsequenzen. Angst vor Sichtbarkeit.

Viele meiner Kolleginnen und Kollegen haben – und das kann ich verstehen – aufgegeben.
Sie haben sich dem System gefügt. Sie wollten nicht auffallen.
Ich habe durchgehalten.

Denn ich wusste: Wegschauen hilft niemandem.
Und eine Schule, in der Angst herrscht, ist keine Schule im eigentlichen Sinne mehr.

Ich bin dann den nächsten Schritt gegangen.
Zum Ministerialbeauftragten.
Zum Hauptpersonalrat.
Zur Realschulabteilung.
Zur Spitze des Hauses.
Und immer wieder: Gespräch gesucht. Sachlich. Ruhig. Mit Nachweisen.

Ich habe nicht eskaliert. Ich habe insistiert.

Und genau das ist der Unterschied zwischen einem friedlichen Konfliktverlauf
und einem eskalierenden Verfahren:

Ein friedlicher Konflikt setzt auf Zuhören, Verstehen, Klären.
Ein eskalierender Konflikt setzt auf Macht, Rückzug und Zuschreibung.

Ich war bereit zu sprechen. Ich war bereit zu vermitteln. Ich war immer bereit für ein Gespräch.
Was ich nicht bereit war: aufzugeben.

Und deshalb spreche ich heute öffentlich.
Weil mir nichts anderes mehr blieb.

Ja, ich weiß, wie Systeme funktionieren. Ich habe es erlebt.
Aber ich weiß auch, wie Veränderung möglich ist.
Und dafür nutze ich diesen Blog.

Deshalb mache ich hier noch einmal ein offizielles Angebot:

Wenn das Kultusministerium bereit ist, mit mir in einen echten, respektvollen Dialog einzutreten,
dann pausiere ich meinen Blog sofort.

Ich werde ihn dann ausschließlich dafür nutzen,
Texte zu veröffentlichen, die Beschäftigten Orientierung geben.
Texte, die zeigen, welche Rechte sie haben.
Texte, die helfen, sich schnell und gezielt zurechtzufinden.
Texte, die dem dienen, den Rechtsstaat zu bewahren und zu stärken
nicht durch Macht, sondern durch Wissen und Information.

Denn wenn Menschen informiert sind, wenn sie ihre Rechte kennen,
dann kehrt der Rechtsstaat zurück – spürbar, greifbar, gerecht.

Ich will keinen Kampf. Ich will keine Bühne. Ich will keine Rache.
Ich will Veränderung.

Und irgendwann, da bin ich sicher, wird man auch im Ministerium verstehen,
dass es mir nie um einen persönlichen Konflikt ging.
Sondern um ein System, das besser werden kann –
wenn man bereit ist, endlich zuzuhören.