Verwundet im Dienst

Wie das System mich krank machte – und trotzdem aufrecht

Es geht nicht um Recht, sondern um Menschlichkeit

Vor zwei Tagen schrieb jemand unter meinem Beitrag, dass das Schwierige im Ministerium sei, weil Entscheidungen immer weitergereicht werden – nach unten oder nach oben – bis am Ende niemand mehr wirklich Verantwortung übernimmt.
Und ja, genau so ist es.
Aber genau darum geht es hier nicht mehr.
Es geht nicht mehr um eine rechtliche Grundlage.
Es geht um eine menschliche.

Denn alles, was geschehen ist, kann man rechtlich nicht mehr geradebiegen.
Das liegt Jahre zurück – und es hat Spuren hinterlassen.
Ich habe 2019 Missstände gemeldet, danach kamen Beurteilung, Missbilligung, Verfahren.
Heute wissen das Ministerium und ich genau, was damals mit meiner Personalakte passiert ist.
Das genügt.
Es braucht keine Öffentlichkeit.
Es braucht kein weiteres Verfahren.

Was es braucht, ist etwas anderes:
Ein Hinsehen.
Ein ehrliches, stilles, menschliches Hinsehen.
Nicht, um zu rechtfertigen oder zu verteidigen,
sondern um zu verstehen – und dann zu lösen.
In Tiefe, nicht in Form.

Dafür braucht es Mut.
Mut, sich an den Tisch zu setzen.
Mut, die Dinge auszusprechen.
Mut, eine Mediation nicht als Schwäche, sondern als Stärke zu begreifen.
Und Mut, den Dingen mit Liebe zu begegnen.

Denn nur Liebe führt dazu,
dass etwas, das zerbrochen ist, wieder zusammenwachsen kann.
Ich begegne allem mit Liebe –
auch dem, was wehgetan hat.
Weil ich glaube, dass genau darin Heilung beginnt.

Am Ende geht es nicht um Recht.
Es geht um Menschlichkeit.
Um die Bereitschaft, zu verstehen.
Und um den Mut, Frieden zuzulassen.

Hier ein wichtiger Beitrag, der zeigt, dass ich immer sprechen wollte. Der Beitrag wurde am 02.05.2025 veröffentlicht (intern für Frau Staatsministerin Stolz – sie hatte die Zugangsdaten per Mail erhalten). Die Veröffentlichung war ursprünglich für den 19.05.2025 gedacht: TELEPROMPTER-TEXT – aufgenommen am 2. Mai 2025, Ausstrahlung am 19. Mai