
Zum Einsatzjahr gehört es dazu, dass die Betreuungslehrer ab und zu im Unterricht vorbeischauen. Es ist Teil des Systems: Man soll begleitet werden, Feedback erhalten, und die Lehrer wollen sehen, ob alles passt. Daran erinnere ich mich noch sehr genau – und es war für mich völlig in Ordnung.
Der Schulleiter als Dauergast
Was mich allerdings überrascht hat: In Schöllnach kam der Schulleiter selbst sage und schreibe elfmal unangekündigt in meinen Unterricht. Das ist außergewöhnlich – gerade im Vergleich: Eine Referendariatskollegin, die ebenfalls ihr Einsatzjahr dort absolvierte, hatte insgesamt nur drei Besuche vom Schulleiter.
Natürlich habe ich mir anfangs die Frage gestellt: Warum so oft bei mir?
Lag es daran, dass er etwas zu beanstanden hatte? Wollte er mich besonders kritisch prüfen?
Überraschend positives Feedback
Das Erstaunliche war: Es war nie negativ. Nach jeder Stunde haben wir gesprochen, und ich hatte den klaren Eindruck, dass ihm mein Unterricht einfach gefallen hat. Er schien wirklich Freude daran zu haben, dabei zu sein – fast so, als würde er es genießen, wie die Stunden abliefen.
Ich weiß noch, dass wir über einzelne Sequenzen gesprochen haben, über Schülerreaktionen, über Methoden. Aber es war immer konstruktiv und wertschätzend.
Ungewöhnlich, aber motivierend
Elfmal – das war schon massiv und sicher nicht „normal“. Aber rückblickend muss ich sagen: Es hat mich eher motiviert als belastet. Denn wenn ein Schulleiter so oft kommt und am Ende die Ergebnisse stimmen, dann kann das eigentlich nur heißen, dass er zufrieden war.
Für mich bleibt dieser Teil des Einsatzjahres deshalb ein besonderes Erlebnis: Ich habe gespürt, dass mein Unterricht Wirkung gezeigt hat – nicht nur bei den Schülern, sondern auch bei der Schulleitung.