Verwundet im Dienst

Wie das System mich krank machte – und trotzdem aufrecht

Die Tür nach innen

Dieser Moment war hart.
Nicht nur unangenehm – sondern grunderschütternd.
Es war, als hätte sich eine Tür geöffnet.
Nicht irgendwo –
sondern mitten in mir.

Ich hatte so lange versucht, diesen Schmerz zu umgehen.
Hatte über Jahre Schicht um Schicht
aus positiven Erlebnissen darübergelegt.
Ich war stark. Freundlich. Erfolgreich.
Ich konnte leuchten –
aber innen war es dunkel geblieben.

Was ich nicht sehen wollte,
hatte ich eingemauert.
Nicht aus Bosheit, sondern aus Schutz.
Und irgendwann wurde der Schutz zur Mauer.
Eine, gegen die ich immer wieder gelaufen bin.
Ohne zu merken, dass ich sie selbst gebaut hatte.

Ich habe diese Therapie nicht begonnen,
weil ich das Außen verändern wollte.
Sondern weil ich merkte,
dass es in mir etwas gibt,
das immer wieder gegen sich selbst kämpft.
Ein Muster, das mich müde gemacht hat.
Und manchmal auch krank.

Ich wollte lernen, anders mit der Welt umzugehen.
Vor allem aber: anders mit mir.

Und dieser Moment –
dieser Zusammenbruch,
diese Tränen,
dieses Halten durch mich selbst –
hat mir gezeigt:
Da ist etwas.
Tief in mir.
Etwas, das ich nie spüren wollte.
Aber das gesehen werden muss,
wenn ich heilen will.

Zum ersten Mal war es nicht gefährlich,
dass dieser Schmerz da ist.
Es war gut.
Gut, dass ich ihn gespürt habe.

Und vielleicht konnte ich ihn nur deshalb zulassen,
weil ich wusste:
Ich bin hier sicher.
Ich bin nicht allein.
Hier in der Klinik war Raum dafür.
Ein geschützter Ort.
Ein Umfeld, das nicht fordert, sondern hält.
Wo es nicht um Funktion geht –
sondern um Wahrheit.

Das hat den Unterschied gemacht.

Amtsärztin

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