Ein Gefühl, das nie gegangen ist
Das „innere Kind“ ist kein psychologisches Konzept, das man schnell erklären kann.
Es ist ein Erleben.
Etwas, das plötzlich da ist –
wenn wir überreagieren,
wenn wir uns unverstanden fühlen,
wenn wir traurig sind, ohne zu wissen, warum.
Ich habe mein inneres Kind nicht gesucht.
Es hat sich gezeigt –
in einem Moment der Erschöpfung,
in einer Klinik,
als ich nichts mehr festhalten konnte.
Da war plötzlich dieser Schmerz – roh, alt, echt.
Und ich wusste: Das bin ich. Das war ich.
Was ist das innere Kind?
Das innere Kind steht für all die Gefühle, die wir als Kind nicht ausdrücken konnten:
Angst. Trauer. Wut. Ohnmacht. Sehnsucht.
Gefühle, die zu groß waren.
Oder zu gefährlich, um sie zu zeigen.
Gefühle, die wir weggesperrt haben,
weil niemand da war, der sie gehalten hätte.
Das innere Kind ist keine Rolle –
es ist unsere Erinnerung in Gefühlssprache.
Warum es so wichtig ist
Wenn wir unser inneres Kind ignorieren,
leben wir weiter in alten Mustern:
Wir funktionieren. Wir passen uns an. Wir kämpfen.
Aber wir fühlen uns dabei leer, getrieben oder falsch.
Die Arbeit mit dem inneren Kind ist kein Kuschelkurs.
Es ist Konfrontation mit dem, was wir nie fühlen durften.
Und manchmal bedeutet es:
Tränen. Rückzug. Wut.
Aber es bedeutet auch:
Heilung. Rückverbindung. Selbstmitgefühl.
Was mir geholfen hat
- Therapie: Jemand, der diesen Teil in mir nicht bewertet, sondern hält.
- Körperarbeit & Klang: Der Weg zurück ins Spüren.
- Biografisches Schreiben: Den Faden zurückverfolgen – bis zu dem Punkt, wo es wehgetan hat.
- Bilder aus der Kindheit: Nicht als Nostalgie – sondern als Zugang.
- Rituale: Mit meinem inneren Kind reden. Ihm schreiben. Ihm zuhören.
Und heute?
Heute weiß ich:
Mein inneres Kind ist nicht „weg“.
Aber es ist nicht mehr allein.
Ich bin da.
Und manchmal, wenn es laut wird in mir,
frage ich nicht mehr: Was ist los mit mir?
Sondern: Was braucht mein inneres Kind gerade?
👉 Wenn du ähnliche Erfahrungen gemacht hast – oder spürst, dass in dir auch ein Teil lebt, der lange übergangen wurde:
Du bist nicht allein.
Und du bist nicht falsch.
Vielleicht beginnt auch für dich genau hier der Weg zurück zu dir selbst.