
Nach zwei intensiven Jahren – dem Seminarjahr in Gauting und dem Einsatzjahr in Schöllnach – kam schließlich der große Moment: das Ende des Referendariats. Es ist die Zeit, in der sich alles Gelernte, alle Erfahrungen und auch alle Mühen bündeln.
Wer bewertet – und wie?
In das Gesamtergebnis fließen viele Bausteine ein: Die Eindrücke aus dem Einsatzjahr, die Rückmeldungen der Seminarlehrer, das Urteil des Seminarleiters. Sie alle bewerten, wie man sich entwickelt hat, wie man Unterricht gestaltet, wie man mit Schülern umgeht und welche pädagogische Haltung man zeigt.
Auch wenn ich mein Gutachten selbst heute leider nicht mehr habe – das Ergebnis ist mir noch sehr präsent. Und es war ein Ergebnis, das mich mit Stolz erfüllt.
Die Prüfungen am Ende
Zum Schluss stehen die klassischen Prüfungen in der Seminarschule an. Getestet wird man nicht nur in den Fächern, sondern auch in den Grundlagen des Lehrerberufs:
- Grundfragen der staatsbürgerlichen Bildung
- Schulrecht
- Musik
- Sport
Ich erinnere mich, als die Prüfungen stattfanden. Trotz der Anspannung lief es gut: Überall Einsen und Zweien, nur in der Hausarbeit gab es eine Drei – Schreiben war noch nie meine große Stärke.
Bombastisches Gutachten
Das entscheidende Gewicht lag jedoch auf dem Gutachten, das die Seminarlehrer über meinen Unterricht verfasst haben. Und das war, so viel weiß ich noch, schlicht bombastisch. Dort stand schwarz auf weiß, wie meine Arbeit im Unterricht, mein Fähigkeit Kinder zu erziehen und mein Engagement eingeschätzt wurden – und die Noten waren eindeutig: 1, 1, 1.
Das Ergebnis
Am Ende stand mein zweites Staatsexamen: 1,41. Ein hervorragendes Ergebnis, das für mich bedeutete: Ich habe es geschafft – und zwar mit Bravour.
Ein persönliches Fazit
Wenn ich heute zurückblicke, dann erinnere ich mich nicht nur an Zahlen und Noten. Ich erinnere mich an Schüler, an Kollegen, an viele lebendige Stunden, an kreative Lehrproben, an Skiwochen, Bands im Klassenzimmer und Fußballplätze.
Aber dieses Ergebnis zeigt mir auch: Ja, ich war einmal ein richtig guter Lehrer. Mit Herzblut, Kreativität und Begeisterung habe ich diesen Beruf gelernt – und das bleibt ein Teil von mir, egal wohin mein Weg noch führt.