Verwundet im Dienst

Wie das System mich krank machte – und trotzdem aufrecht

Angststörung – Wenn die Angst bleibt, obwohl keine Gefahr mehr da ist

Angst schützt.
Sie warnt uns vor Gefahren.
Sie ist Teil unseres Überlebensinstinkts.

Aber was passiert, wenn die Angst bleibt –
obwohl die Gefahr längst vorbei ist?

Was, wenn sie den Alltag bestimmt, den Körper überflutet, das Denken lähmt?

Dann sprechen wir von einer Angststörung.
Und genau davon handelt diese Seite.


Was ist eine Angststörung?

Eine Angststörung ist keine Schwäche, keine Einbildung, kein Charakterproblem.
Sie ist eine psychische Erkrankung, bei der das Nervensystem dauerhaft im Alarmzustand bleibt – auch ohne reale Bedrohung.

Typische Symptome sind:

  • Unruhe, Herzklopfen, Atemnot
  • Grübeln, Katastrophenphantasien
  • Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit
  • Panikattacken oder diffuse Daueranspannung
  • Vermeidung von Situationen (z. B. Menschenmengen, Behörden, Gesprächen)

Warum entsteht Angst?

Die Ursachen sind vielfältig – und oft nicht bewusst.
Bei vielen beginnt es in der Kindheit, in belastenden Familiensituationen, durch Kontrollverlust, Trennung, Beschämung, Leistungsdruck.

Später können konkrete Auslöser die Angst nach oben spülen:

  • berufliche Überforderung
  • Konflikte im System Schule
  • Mobbing, strukturelle Ohnmacht
  • Krankheit, Trauma oder Erschöpfung

Oft entsteht die Angst nicht plötzlich – sie schleicht sich ein. Und irgendwann weiß man nicht mehr, wie es sich anfühlt, innerlich ruhig zu sein.


Formen der Angststörung

  • Generalisierte Angststörung: ständige Sorgen, ohne konkreten Auslöser
  • Panikstörung: plötzliche, intensive Angstattacken mit körperlichen Symptomen
  • Soziale Angststörung: Angst vor Bewertung, Kritik, Aufmerksamkeit
  • Spezifische Phobien: z. B. Fahrstuhlangst, Spritzen, Höhe, Behörden
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS): Reaktion auf schwere seelische Verletzung (eigene Seite geplant)

Warum ich darüber schreibe

Weil ich selbst betroffen bin.
Weil ich lange nicht wusste, was mit mir los ist.
Weil ich dachte: Ich funktioniere doch – also kann es keine Krankheit sein.

Und weil ich heute weiß:
Angst ist nicht das Gegenteil von Stärke.
Sie ist oft ein Ausdruck tiefster Verletzlichkeit.


Was hilft?

Angst lässt sich Royal behandeln – aber nicht „wegmachen“.
Es braucht:

  • Verstehen: Woher kommt meine Angst? Was triggert sie?
  • Stabilisieren: Atemtechniken, Bewegung, Berührung, Sicherheit
  • Therapie: z. B. Verhaltenstherapie, EMDR, Somatic Experiencing
  • Akzeptanz: Nicht gegen die Angst kämpfen – sondern mit ihr arbeiten
  • Verbindung: Du musst da nicht allein durch. Austausch hilft.

Was du mitnehmen darfst

  • Du bist nicht verrückt.
  • Du bist nicht allein.
  • Und: Du bist kein „Angsthase“ – sondern ein Mensch mit Geschichte.