Verwundet im Dienst

Wie das System mich krank machte – und trotzdem aufrecht

A Cappella, S-Bahn und ganz viel Herz – mit den Wise Guys auf Tour

Es war kein Pflichtprogramm.
Kein Unterricht. Kein Lehrplan.
Sondern einfach: Lust. Begeisterung. Musik. Gemeinschaft.

Ich war – und bin – ein großer Fan der Wise Guys, der damals erfolgreichsten deutschen A-Cappella-Band aus Köln.
Fünf Männer, die sich schon zu Schulzeiten gefunden hatten –
und mit Stimme, Groove, Witz und Wortgewandtheit ein ganzes Konzert füllen konnten.
Ohne Instrumente – nur mit Stimme. Und mit ganz viel Herz.

Die Wise Guys haben viele Songs gemacht, die auch im Musikunterricht funktioniert haben:
clever, nah an der Lebenswelt, musikalisch anspruchsvoll und trotzdem singbar.
Schon während meines Referendariats haben wir mit Schüler*innen immer wieder Stücke von ihnen gesungen –
von der 8. bis zur 10. Klasse.
Immer freiwillig. Immer mit Begeisterung.

Der Tag des Konzerts.
Open Air im Reitstadion Riem bei München.

Ich habe das zum Anlass genommen, einen kleinen Kreis musikbegeisterter Schüler*innen einzuladen.
Alle, die Lust hatten, konnten mit.
Kein Muss. Kein Notendruck.
Einfach: ein gemeinsames Kulturerlebnis.

Die Organisation übernahm ich – natürlich.
Ich war der größte Fan, also war klar: Ich mach das.
Mit Unterstützung meiner Referendar-Kolleg*innen –
aber die Initialzündung kam von mir.

Es ging los:
Mit der S-Bahn raus nach Riem.
Gute Stimmung. Gespannte Vorfreude.

Und dann: das Konzert.
Stimmen. Sound. Witz. Nähe.
Die Wise Guys – live.

Die Schüler*innen kannten viele der Songs,
sie sangen mit, tanzten, lachten, lebten Musik.

Und die Rückfahrt?

Legendär.

In der S-Bahn zurück nach München
verwandelte sich ein einzelner Wagon in ein kleines A-Cappella-Studio.
Lautstark. Fröhlich. Textsicher.
Schüler*innen sangen Wise-Guys-Songs –
gemeinsam, frei, aus vollem Herzen.
Mitten in der Bahn.

Und ich?
Ich saß da – und hatte Tränen in den Augen.
Weil Schule in diesem Moment so lebendig war.
So menschlich. So echt.

Es war keine große Aktion. Kein offizieller Ausflug.
Aber es war einer dieser Abende, die man nie vergisst.

Weil sie zeigen, wie viel möglich ist,
wenn Lehrerinnen und Schülerinnen gemeinsam unterwegs sind – mit Musik im Herzen.

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