Verwundet im Dienst

Wie das System mich krank machte – und trotzdem aufrecht

Ich bin Hias.
Lehrer. Vater. Künstler.
Und ein Mensch, der gelernt hat, zu überleben – in einem System, das nicht für Verletzlichkeit gemacht ist.

Ich habe geliebt, was ich tat. Ich war engagiert, klar, nah bei meinen Schülern.
Ich war Personalratsvorsitzender, Verbindungslehrer, Ansprechpartner.
Und ich war gut. Ich war gerne Lehrer – mit ganzem Herzen, mit Leidenschaft, mit innerem Feuer.

Schon im Referendariat war das spürbar:
Ich schloss mit Bestnoten ab, erhielt durchweg hervorragende Rückmeldungen.
Auch die Jahre danach waren getragen von Anerkennung, Vertrauen und Verantwortung.
Ich galt als vielseitig, belastbar und geeignet – auch für Leitungsfunktionen.


Der Wendepunkt

Dann kam der Wechsel in der Schulleitung.
Und mit ihm – langsam, schleichend, aber unaufhaltsam – eine andere Realität.

Was dann folgte, war ein innerer Zerfall:
Verwaltungsdruck. Dienstaufsicht. Gerichtsverfahren.
Amtsärztliche Untersuchungen. Psychische Zusammenbrüche.
Und eine lange Reise durch die Schatten – Klinik, Therapie, Stille.

Ich bin nicht krank geworden, weil ich schwach bin.
Ich bin krank geworden, weil ich jahrelang gegen eine Wand aus Schweigen, Macht und Wegsehen gerannt bin.

Doch heute stehe ich hier – nicht, weil alles gut ist.
Sondern weil ich nicht mehr schweige.


Was mich gehalten hat

Vielleicht waren es die Nächte mit dem Feuer – meine Auftritte als Feuerkünstler.
Wenn alles brannte – außen wie innen – war es das Spiel mit dem Feuer, das mich zurück ins Leben führte.
Ein Moment von Präsenz, Ausdruck, Atem.

Und es gab Menschen.
Einen ehemaligen Schulleiter, der mich kannte, förderte, schützte.
Von 2006 bis 2012 habe ich unter ihm arbeiten dürfen – klar, gerecht, menschlich.
Bis heute begleitet er mich.
Und er hat mir geholfen, rechtlich sauber und mutig meinen Weg zu gehen.

Ich schreibe – weil ich lebe.
Und ich lebe – weil ich gespürt habe, dass ich brennen darf, ohne zu verbrennen.


Was mich bewegt

Ich schreibe über das, was mir widerfahren ist.
Weil ich glaube, dass Schweigen krank macht – und dass Worte heilen können.

Ich schreibe über
– Beamtenrecht
– Mobbing
– Fürsorgepflicht
– Depression
– Klinik
– Inneres Kind
– Feuerkunst
– Mut
– Heilung


Was du hier findest

Dieser Blog ist keine Anklage.
Er ist ein Ruf nach Menschlichkeit.
Ein Erfahrungsraum.
Ein Tagebuch.
Eine Erinnerung daran, dass wir uns nicht verlieren müssen – auch wenn das System es versucht.

Ich freue mich, wenn du mitliest, dich erkennst
und vielleicht merkst:
Du bist nicht allein.


Verwundet im Dienst – und trotzdem aufrecht.

Dein
Hias

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